Kreiskrankenhaus Grünstadt

Historie

Die Krankenhausgeschichte in Grünstadt reicht bis in das Jahr 1890 zurück. Das damalige Distrikt- und spätere Bezirkskrankenhaus im Kreuzerweg – heute das Rathaus – musste jedoch schon 1934 aus finanziellen Gründen schließen. Bei akuten Krankheitsfällen schickten die Grünstädter Ärzte ihre Patienten bis 1951 in die Krankenhäuser der Umgebung.

Kurz nach der Währungsreform in Deutschland war es 1951 der Chirurg Dr. Heinrich Pabst, der im Grünstädter Westring ein privates Krankenhaus eröffnete. Das „Bergkrankenhaus“ hatte 42 Betten und den Status einer allgemeinen Krankenstation. Schon damals hatte der Standort Grünstadt einen guten Namen für Bauch- und Unfallchirurgie. Mit der Eröffnung des Kreiskrankenhauses Grünstadt schloß das Bergkrankenhaus seine Pforten. Im ehemaligen Bergkrankenhaus befindet sich heute eine Förderschule, die Hans-Zulliger-Schule.

Das Kreiskrankenhaus Grünstadt, damals in Trägerschaft des früheren Landkreises Frankenthal, ging am 1. Januar 1967 in Betrieb. Mit der Gebietsreform im Jahr 1969 und der Auflösung des Landkreises Frankenthal ging das Krankenhaus in das Eigentum des heutigen Landkreises Bad Dürkheim über.

Unter Landrat Dr. Hermann Scherer, dem damaligen Landrat des Landkreises Bad Dürkheim, wurde von 1976 bis 1979 der Funktionstrakt um 800 qm für sechs Millionen D-Mark erweitert. Hierbei entstanden eine neue Operationsabteilung mit Zentralsterilisation, eine interdisziplinäre Intensivstation, eine neue Röntgenabteilung und ein neues Labor sowie ein neuer Kreißsaalbereich.

1986 begann eine dritte Bauphase: Die Sanierung und Modernisierung des Bettentraktes für rund 14 Millionen D-Mark auf sieben Jahre verteilt. Zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum des Krankenhauses im Jahr 1992 war dann die Sanierung des Bettentraktes unter dem damaligen Landrat Georg Kalbfuß abgeschlossen. Weitere Baumaßnahmen, wie z. B. ein neuer Küchentrakt auf der Südseite, wurden in den folgenden Jahren durchgeführt.

Eine weitere große Baumaßnahme begann im Jahr 1999. Um für die Einrichtung der Geriatrischen Tagesklinik im Erdgeschoss des Funktionstraktes Platz zu schaffen, wurden die Räumlichkeiten der Verwaltung in einem neuen Gebäude zusammengefasst. Dazu wurde das ehemalige Wirtschaftsgebäude des Krankenhauses vollständig entkernt und um 2 weitere Stockwerke erweitert. In den frei gewordenen Räumen im Erdgeschoss des Funktionstraktes und durch einen Anbau entstanden moderne, hell und freundlich gestaltete Aufenthalts- und Therapieräume für die geriatrische Tagesklinik.

Seit Januar 2001 steht diese auf 12 Plätze ausgelegte GeriatrischeTagesklinik für die Rehabilitation älterer, multimorbider, d. h. mit mehreren behandlungsbedürftigen Erkrankungen behafteter Menschen zur Verfügung.

Im Sommer 2003 ging unter Landrätin Sabine Röhl beim Kreiskrankenhaus Grünstadt im Rahmen der Erneuerung der Energieversorgungszentrale eine neue Zukunftstechnologie in die Praxis. Am 08.07.2003 wurde die erste Hochtemperatur-Brennstoffzelle in Rheinland-Pfalz in Betrieb genommen. Erstmals wurde mit dieser MCFC-Brennstoffzelle (MCFC = Molton Carbonat Fuel Cell) in Rheinland-Pfalz die Technologie der Hochtemperatur-Brennstoffzelle zur Strom- und Wärmegewinnung eingesetzt. In einer Brennstoffzelle entstehen in einer chemischen Reaktion aus Sauerstoff und Wasserstoff elektrische Energie, Wärme und Wasser bzw. Wasserdampf. Bundesweit gab es bisher nur eine kleine Anzahl von Pilotanlagen. Die Brennstoffzelle, kombiniert mit einem Blockheizkraftwerk, deckt den Energiebedarf des Krankenhauses zu 100 %. Während bei konventionellen Kraftwerken durch die Bereitstellung elektrischer Energie Wärme an die Umwelt abgegeben wird, ist dies bei der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung wie sie im Kreiskrankenhaus Grünstadt realisiert wurde, nicht der Fall. Hier wird die Abwärme der Brennstoffzelle und des Blockheizkraftwerkes dazu genutzt, das Krankenhaus zu heizen und mittels einer Kälteabsorptionsanlage zu kühlen. Die Brennstoffzellentechnologie ist richtungsweisend für den Klima- und Emissionsschutz, weil die Brennstoffzelle nahezu schadstofffrei arbeitet.

Nachdem die erste Brennstoffzelle mit über 26.000 Betriebsstunden die erwartete Betriebszeit weit übertroffen hatte, wurde im Frühjahr 2009 in Fortführung des mit Mitteln des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz geförderten Forschungsprojektes eine neue Brennstoffzelle in Kombination mit einem ORC-Modul (ORC = Organic Rankine Cycle) installiert. Bei diesem neuen technischen Ansatz wird die Restabwärme der Brennstoffzelle dazu genutzt, um mittels des ORC-Moduls noch zusätzlich elektrische Energie zu erzeugen und damit den ohnehin hohen Wirkungsgrad der Brennstoffszelle weiter zu erhöhen.

Zur besseren Vernetzung mit den niedergelassenen Ärzten und Weiterentwicklung des Kreiskrankenhauses Grünstadt zu einem Gesundheitszentrum wurden im Jahr 2003 die radiologische Praxis von Herrn Dr. med. Reinhold Dahm mit konventionellem Röntgen und einem modernen Spiral-CT sowie im Jahr 2006 die Hals-Nasen-Ohren-Praxis der Belegärzte Dr. med. Cathrine Mattinger und Dr. med. Peter Mattinger im Krankenhausgebäude eröffnet.

Ein weiteres großes Bauprojekt im Umfang von 11,4 Mio. Euro wurde in den Jahren 2006 bis 2008 in zwei Bauabschnitten realisiert. So wurde im Oktober 2007 nach Beendigung des ersten Bauabschnitts die neue OP-Abteilung mit vier Operationssälen und einer angegliederten Zentralssterilisation zur Aufbereitung von Operationsinstrumentarium in einem neuen Anbau an das bestehende Krankenhausgebäude in Betrieb genommen. Die neue Zentralsterilisation wird auch für umliegende Krankenhäuser und sonstige medizinische Einrichtungen Instrumente steril aufbereiten. Im Rahmen dieses Bauabschnitts wurden auch ein neuer Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des neuen OP-Gebäudes sowie ein neuer Andachtsraum und neue Umkleideräume für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen. Nach Fertigstellung der neuen OP-Abteilung wurden im zweiten Bauabschnitt die Räume der alten OP-Abteilung und der alten Zentralsterilisation in eine moderne, größere Intensivstation umgebaut. In der im August 2008 eröffneten Intensivstation können jetzt in 5 Zimmern bis zu 8 Patienten nach modernsten Gesichtspunkten intensivmedizinisch behandelt werden. Ebenfalls in diesem Bauabschnitt wurde die Eingangshalle neugestaltet und die Zentralambulanz um 3 neue Behandlungsräume erweitert.


Im März 2011 konnte eine weitere Baumaßnahme abgeschlossen werden. In einer 11-monatigen Bauzeit wurde an der Notfallambulanz des Krankenhauses eine neue Halle für die Rettungswagen gebaut und die Rettungswagenzufahrt neu gestaltet. Darüber hinaus wurde eine Wirtschaftshalle errichtet, in der die Wertstoffe und Abfälle des Krankenhauses zentral entsorgt werden.

In der Zeit von 2006 bis 2012 wurden insgesamt 275 Parkplätze rund um das Krankenhaus neu errichtet.

In Zusammenarbeit mit der Praxis Radiologie Vorderpfalz wurde im April 2015 der erste Magnetresonanztomograph (MRT) in Grünstadt in Betrieb genommen.

Im Mai 2016 hat das Kreiskrankenhaus Grünstadt mehr als 300.000 Euro in ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) investiert. Das neue Aggregat ersetzte nach 13 Jahren das erste BHKW, das bei der Erneuerung der Energieversorgungszentrale des Krankenhauses im Jahr 2003 eingebaut wurde. Durch die technische Weiterentwicklung ist das neue BHKW noch effizienter als das bisherige Aggregat. Das BHKW ist das Herzstück der Energieversorgungsanlage, die das Krankenhaus mit Wärme, Kälte, Dampf und Strom versorgt.